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ARCHITEKTUR; RESTAURIERUNG EINER STADT

ARCHITEKTUR; RESTAURIERUNG EINER STADT

Die Architektur von Dubrovnik war schon seit je her ein eine bewunderungswerte Stadt. Diejenigen, die einmal in Dubrovnik gewesen sind, wurden von ihrer Schönheit und Geschichte bezaubert und für immer inspiriert. Die Eroberer, Reisenden, Monarchen und Schriftsteller schrieben Gedichte über die Schönheit dieser mittelalterlichen Marmorstadt, verborgen hinter den mittelalterlichen Steinmauern, deren Wärme unter der Sonne vielleicht ein falsches Bild von der Kraft erweckt, die sie den Einwohnern bietet. Dubrovnik ist ein äußerst erhaltenes Beispiel einer uralten Mauerstadt und organisierter Straßengliederung. Einige der hervorragenden Denkmäler aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock innerhalb der grandiosen Festung und des monumentalen Stadttors sind das vom 11. Jahrhundert datierende Rathaus, heute Rektor-Palast, sowie das im 14. Jahrhundert fertiggestellte Franziskanerkloster (jetzt vorwiegend im Barockstil) mit einer imposanten Kirche, und natürlich die im Jahr 1667 neu aufgebaute Kathedrale.

Das eklektische Aussehen des alten Zollamtes, Sponza, ist auch bemerkenswert, da es aufdeckt, dass seine aktuelle Fassade das Werk einer Reihe unterschiedlicher Architekten und unterschiedlicher Einflüsse über die Jahre hinweg ist. Da sind auch viele andere Barockkirchen, wie zum Beispiel die Kirche des Hl. Blasius (der Schutzpatron der Stadt) und das Zentrum des Festes des heiligen Blasius, das für die Einwohner der Stadt eines der wichtigsten Tage im Jahr ist.

Viele von diesen Gebäuden wurden leider im Granatfeuer auf Dubrovnik im Jahr 1991 beschädigt. Damit das Erbe und die Geschichte für kommende Generationen erhalten blieben, war eine schnelle Reaktion nötig. UNESCO fügte die Stadt gleich auf seine Liste des „gefährdeten Weltkulturerbes“ hinzu und appellierte auf die internationale Solidarität und Hilfe. Nachdem der Frieden wieder hergestellt war, floss finanzielle Hilfe hinzu und es wurde die Zusammenarbeit von internationalen Experten gesichert, von denen die geplante Restaurierung der Altstadt Dubrovniks durchgeführt und überwacht werden sollte.

Für die Restaurierung von Dubrovnik geht der Verdienst jedoch nicht nur an die engagierte Arbeit des UNESCO- Ausschusses, Restauratoren, Arbeiter und Künstler, die sich bemühten, „der adriatischen Perle“ wieder ihren Glanz zu verleihen, sondern auch auf das Vermächtnis einer früheren Naturkatastrophe aus dem Jahr 1979. Die Restauratoren hatten 1992 die Möglichkeit, die schon erarbeiteten detaillierten Pläne zu verwenden, und dadurch stellten sie fest, dass ein breites Netzwerk von Subunternehmern bereits organisiert war. Im Hinblick auf den Umfang der Restaurierung spielte das Institut für die Restaurierung von Dubrovnik mit seiner Erfahrung aus der Vergangenheit eine Schlüsselrolle.

Dann wurden UNESCO-Experten sowie Experten aus ganz Kroatien eingeladen, bei der Restaurierung dieser stolzen Stadt mit möglichst wenigen Kompromissen zu helfen. Insoweit es möglich war, hielten sie sich an traditionellen Methoden, und in den meisten Fällen stellten sich diese sicherer als moderne Bautechniken heraus. Die Restauratoren bemerkten beispielsweise, dass die Holzbalken an extrem hohen Temperaturen nicht brennen, sondern bei der Erhaltung von Gebäuden mithelfen. Die Metallbalken in Gebäuden schmelzen bei zu hohen Temperaturen und tragen dazu bei, dass ganze Gebäude einstürzen. So wurden die traditionellen Handwerksgeheimnisse der alten Techniken, unterstützt von moderner Technologie, wieder ins Leben gerufen.
Das Institut für die Restaurierung von Dubrovnik war und ist noch immer ein sehr wichtiger Faktor in der Restaurierung, obwohl der Schaden behoben wurde. Das Institut legt seinen Schwerpunkt jetzt auf die Verstärkung von Fundamenten wertvoller Kirchen, Paläste und Straßen Dubrovniks. Dies bedeutet, dass die Erhaltung des Erbes jetzt die tägliche Aktivität des Institutes darstellt.

In dieser Artikelreihe werden wir uns verschiedenen Bereichen dieser extensiven Restaurierung widmen, von Kirchendecken und künstlerischen Techniken, bis zu wunderschönen Wandgemälden, und natürlich auch der Geschichte von berühmten Dächern. Beim Anblick aus der Höhe werden sie wieder lebendig, nur die Farbnuancen sind jetzt vielleicht etwas anders (die Werke, in denen die originellen Dachziegel hergestellt wurden, sind geschlossen), aber ihre warmen Farben erfreuen immer noch das Auge des Beobachters.